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Neue EU-Regeln, neue Zahlen aus den Tierheimen, neue Einsichten aus Schweden
Wer diese Woche mit dem Hund die Landesgrenze überquert hat, durfte sich an neue Spielregeln gewöhnen. Am Mittwoch ist die überarbeitete EU-Heimtierverordnung in Kraft getreten, und seitdem ist ganz offiziell Schluss mit mehr als fünf Tieren im Auto. Parallel hat der Deutsche Tierschutzbund Zahlen vorgelegt, die weh tun: 80 Prozent der Tierheime stöhnen unter den gestiegenen Tierarztkosten. In Nordrhein-Westfalen drehen 27 Kommunen an der Hundesteuer-Schraube. Schweden liefert eine Studie, die beweist, was viele längst ahnten – Spielen bringt mehr als Training. Der Tagesspiegel empfiehlt fünf brandenburgische Ausflugsziele für Vierbeiner. Und zum Wochenende kommt ein Plott Hound aus Texas ins Spiel, den seine Familie allen Ernstes Internet Browser getauft hat. Der Reihe nach.
Fünf sind genug: Was die neue EU-Heimtierverordnung für Reisen mit Hund bedeutet
Brüssel hat geliefert, und zwar pünktlich zu Beginn der Reisesaison. Am Mittwoch, dem 22. April, ist die überarbeitete EU-Heimtierverordnung in Kraft getreten. Sie ersetzt ein Regelwerk aus dem Jahr 2013 und verzahnt die Vorschriften für Hund, Katze und Frettchen ab sofort mit dem europäischen Tiergesundheitsrecht. Das klingt nach juristischem Klein-Klein, hat aber sehr handfeste Folgen für jeden, der mit mehr als einem Hund im Kofferraum über die Grenze will. Der ADAC hat die wichtigsten Änderungen in einer Übersicht zusammengefasst.
Die auffälligste Neuerung: Privatreisende dürfen künftig nur noch maximal fünf Tiere pro Fahrzeug mitführen. Egal, ob Hund, Katze oder Frettchen – die Obergrenze gilt zusammengezählt. Wer mit einem sechsten Tier losfährt, gilt automatisch als gewerblicher Transporteur. Das wiederum heißt: Sondergenehmigung, strengere Tierschutzauflagen, spezielle Fahrzeugzulassung. Eine Ausnahme ist vorgesehen für nachweisliche Turniere und Ausstellungen. Das Magazin promobil hat die Regel griffig auf den Punkt gebracht: Wer sein Wohnmobil bisher als rollendes Hunderudel genutzt hat, muss umdenken. Für Hundesportler, die mit mehreren Tieren zu Turnieren fahren, gibt es eine Ausnahme – sie müssen allerdings die Teilnahme glaubhaft belegen können, etwa über eine Turnieranmeldung. Wer nur mit dem eigenen Hund unterwegs ist, bekommt von der neuen Obergrenze praktisch nichts mit.
An den Grundlagen ändert sich wenig. Der blaue EU-Heimtierausweis bleibt gültig, der Mikrochip nach der bekannten ISO-Norm ebenfalls, und die Tollwutimpfung muss weiterhin mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt gesetzt sein. Neu ist aber ein verschärfter Herkunftsnachweis, der dem illegalen Welpenhandel das Wasser abgraben soll. Wer einen Hund aus dem Ausland mitbringt, muss künftig lückenlos belegen können, woher das Tier stammt – eine Reaktion auf die zahllosen Fälle, in denen schwerkranke Welpen aus osteuropäischen Vermehrerstationen nach Deutschland verkauft wurden.
Der Zeitplan läuft in Etappen: Die Kernregeln greifen seit dem 22. April, ab dem 1. Oktober 2026 folgen neue Tiergesundheitsbescheinigungen, und ab Januar 2028 werden aktualisierte Heimtierausweise eingeführt. Britische Halter mit Ferienhaus auf dem Kontinent trifft es besonders hart, wie Euronews Deutsch berichtet: Sie brauchen für jede Reise ein Animal Health Certificate, das rund 115 Euro kostet und nur zehn Tage gültig ist. Für britische Hundehalter, die mehrmals im Jahr in ihr spanisches oder französisches Ferienhaus fahren, ist das ein erheblicher Kostenfaktor – und ein weiteres Kapitel des Brexits, in dem die Rechnung am Ende beim Hund landet.
Und noch ein Hinweis: Im Netz kursiert seit Wochen die Falschmeldung, man müsse sich vor jeder Reise online registrieren und einen QR-Code ausfüllen. Das Rechercheportal Mimikama hat das klargestellt – eine solche Pflicht gibt es nicht, der Papierausweis bleibt gültig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schaut vor der Abreise kurz auf die Informationsseite der EU-Kommission.
Tierheime ächzen unter den neuen Tierarztkosten
Jeder, der in den letzten zwei Jahren mit seinem Hund beim Tierarzt war, kennt das mulmige Gefühl beim Blick auf die Rechnung. Was früher ein überschaubarer Betrag war, kann heute schnell dreistellig werden. Dass das kein Einzelfall ist, sondern ein flächendeckendes Problem, belegt jetzt eine Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes unter 501 seiner Einrichtungen. Eine dpa-Meldung, veröffentlicht unter anderem bei t-online, fasst die Ergebnisse dieser Woche zusammen – und die haben es in sich.
Rund 80 Prozent der befragten Tierheime berichten, dass ihre tiermedizinischen Kosten seit der Novellierung der Gebührenordnung für Tierärzte im Jahr 2022 um 30 bis 50 Prozent gestiegen sind. In Einzelfällen sogar noch mehr. Ein konkretes Beispiel macht das greifbar: Eine simple Ultraschalluntersuchung schlägt inzwischen mit 58,92 Euro zu Buche, früher waren es 42,34 Euro. Die Folgen reichen weit über die Buchhaltung der Tierheime hinaus. 60 Prozent der Einrichtungen geben an, dass Hunde und andere Tiere vermehrt ausgesetzt werden, weil die Halter sich die Behandlung schlicht nicht mehr leisten können. Vier von fünf Tierschutzvereinen erleben, dass verzweifelte Hundehalter um finanzielle Unterstützung bei akuten Tierarztrechnungen bitten. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, bringt es gegenüber der dpa auf den Punkt: Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus. Der Verband sieht die Gebührenreform von 2022 grundsätzlich als notwendig an, fordert aber bei der für 2026 anstehenden Reevaluierung eine strukturelle Entlastung. Für alle, die noch keine Tierkrankenversicherung haben, liefert die Umfrage eigentlich ein klares Argument, sich die Sache einmal anzusehen. Einmal eine Kreuzbandoperation aus eigener Tasche bezahlt, und man weiß, wovon die Rede ist.
27 Kommunen in NRW greifen zu: Hundesteuer steigt 2026 um durchschnittlich 23 Prozent
Während die einen über die Tierarztrechnung klagen, flattert anderen gerade ein Bescheid vom Finanzamt der Gemeinde ins Haus. In Nordrhein-Westfalen haben 2026 insgesamt 27 Kommunen die Hundesteuer erhöht, im Durchschnitt um satte 23 Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Bundes der Steuerzahler hervor, die die Online-Redaktion von nord24 in dieser Woche aufgegriffen hat. Die Bandbreite ist dabei beachtlich: Für den ersten Hund zahlen Halter je nach Stadt zwischen 24,60 Euro im ostwestfälischen Verl und stolzen 180 Euro im Jahr in Hagen. Spitzenreiter bei den prozentualen Erhöhungen ist Lünen mit einem Plus von satten 44 Prozent, gefolgt von Beelen (plus 39 Prozent) und Spenge (plus 37 Prozent). Auch die Stadt Ahlen hat die Hundesteuer wieder eingeführt – in Höhe von 78 Euro für den ersten Hund.
Hintergrund der Welle sind die angespannten kommunalen Haushalte. Die Hundesteuer ist eine Aufwandsteuer, über die jede Gemeinde selbst entscheidet, und in Zeiten knapper Kassen eine der wenigen Stellschrauben, an denen sich ohne großen Widerstand drehen lässt.
Lieber fünf Minuten toben als eine halbe Stunde Kommandos: Was eine schwedische Studie über Hunde verrät
Wer schon einmal sonntagmorgens um acht in einer Hundeschule gestanden hat, stellte sich vielleicht die Frage: Bringt das eigentlich was? Eine aktuelle Studie der schwedischen Universität Linköping liefert jetzt eine Antwort: Wer die Bindung zu seinem Hund wirklich verbessern will, sollte weniger Kommandos üben und stattdessen einfach mehr spielen. Veröffentlicht wurde die Arbeit am 22. April in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science.
Die Forscherinnen rund um Professorin Lina Roth haben rund 400 Mensch-Hund-Paare in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste spielte vier Wochen lang täglich mehr mit ihrem Hund, die zweite trainierte im selben Umfang zusätzlich mit Leckerlis, die dritte blieb als Kontrollgruppe bei ihrer gewohnten Routine. Gemessen wurde die emotionale Nähe über einen etablierten Fragebogen. Das Ergebnis war eindeutig: Nur in der Spielgruppe verbesserte sich die Bindung messbar. Fünf zusätzliche Minuten Spielzeit am Tag reichten aus. Ein Haken allerdings: Ball werfen zählt nicht. Roth stellt klar, dass es auf echte soziale Interaktion ankommt. Tauziehen, Verstecken, herumbalgen – alles, was Hund und Mensch zusammen tun. Besonders spannend ist der Befund für alle, die einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert haben. Weil diese Tiere das frühkindliche Sozialisierungsfenster nicht mit ihren neuen Menschen erleben konnten, könnte gezieltes Spielen ein besonders wirksames Bindungswerkzeug sein. Und wer jetzt ein schlechtes Gewissen bekommt, dass er am Sonntag lieber toben geht als zur Hundeschule: Die Wissenschaft steht jetzt offiziell auf Ihrer Seite.
Mit dem Hund ins Grüne: Fünf hundefreundliche Ausflüge durch die Mark Brandenburg
Passend zu Frühling hat der Tagesspiegel in seinem Themenspezial "Unterwegs" fünf hundefreundliche Ausflugsziele in der Mark Brandenburg vorgestellt. Autor Matthias Matern hat Touren entlang der Havel, durch die Schorfheide und über die weiten Wiesen der brandenburgischen Naturparks zusammengetragen. Der Reiz der Region liegt ohnehin auf der Hand: Berlin ist in einer knappen Stunde erreichbar, die Landschaft bietet Wasser, Wald und Wiese in einer Dichte, die anderen Bundesländern schlicht fehlt.
Ein wichtiger Hinweis allerdings, der im Frühling gern vergessen wird: Zwischen dem 1. März und dem 15. Juli gilt in Wald- und Naturschutzgebieten die Brut- und Setzzeit, in der die meisten Bundesländer eine Leinenpflicht vorschreiben. Brandenburg hat die entsprechenden Vorschriften 2026 aktualisiert, und die Bußgelder für frei laufende Hunde in ausgewiesenen Schutzgebieten wurden in einigen Landkreisen deutlich angehoben. Wer sich darauf verlässt, dass hier doch schon immer freier Auslauf möglich war, kann schnell einen Strafzettel in der Hand halten. Die Regel hat einen guten Grund: Bodenbrüter wie Kiebitz oder Feldlerche verlieren jedes Frühjahr zahllose Nester, wenn unangeleinte Hunde quer durch die Wiesen stromern. Auch Rehe setzen in dieser Zeit ihre Kitze, die reglos im hohen Gras liegen und auf ihre Mutter warten – für einen Hund, der seinem Jagdinstinkt folgt, eine fatale Kombination.
Wer die Spielregeln kennt, hat in der Mark Brandenburg dennoch traumhafte Möglichkeiten. Die Schorfheide eignet sich besonders für ausgedehnte Wanderungen außerhalb der Schutzgebiete. Das Havelland bietet flache Wege mit Wasser zum Abkühlen für den Hund. Und wer spontan in einem der empfohlenen Bauernhofcafés landet, bekommt in der Regel nicht nur selbstgebackenen Kuchen, sondern auch einen Napf Wasser frei Haus. Ein ruhiger Tagesausflug ab Berlin – besser lässt sich ein Samstag kaum verbringen. Für einen längeren Aufenthalt lohnt sich der Blick auf Ferienhöfe, die sich inzwischen gezielt auf Gäste mit Hund eingestellt haben, mit eingezäunten Grundstücken, Hundeduschen am Eingang und Futternäpfen in der Küche. Der Tagesspiegel-Beitrag liegt teilweise hinter einer Paywall.
Zum Abschied ins Wochenende: Der Hund heißt wirklich Internet Browser
Der US-amerikanische Heimtierversicherer Nationwide hat diese Woche die skurrilsten Tiernamen seines Bestands gekürt – eine Tradition, die es seit Jahren in die internationalen Panorama-Ticker schafft. Und der Gewinner in der Kategorie Hund ist, ehrlich gesagt, kaum zu schlagen: Ein "Plott Hound" aus San Antonio in Texas hört auf den Namen Internet Browser. Die Ergebnisse wurden am 22. April von Nationwide offiziell bekanntgegeben.
Bei über 200.000 abgegebene Stimmen hatten die Mitfinalisten keine Chance. Bei den Katzen gewann eine mit dem schönen Namen Cheddar Big Booty Cheeseburger, und eine Bartagame namens Space Cowboy schaffte es ebenfalls aufs Treppchen – was man an dieser Stelle einfach stehen lässt. Warum ausgerechnet ein Plott Hound so heißt? Die Rasse ist für ihre ausgezeichnete Nase bekannt, ein echter Jagdhund der alten Schule. Im übertragenen Sinn also tatsächlich eine Art analoger Browser für alles, was im Wald unterwegs ist. Wer einmal versucht hat, einen aufgeregten Hund quer über einen Park zu rufen, weiß, wie wichtig ein kurzer Name sein kann. "Internet Browser, komm sofort hier her!" gehört sicher nicht dazu. Den Besitzern sei trotzdem alles Gute gewünscht. Und Ihnen ein schönes Wochenende – ganz gleich, wie Ihr Hund heißt.