Der Hundeprofi

Martin Rütter gehört zu den besten Tierpsychologen Deutschlands. Die Fotos stammen aus seinem neuen Programm: "nachSITZen".

Ängstlich, verstört, angriffslustig - bei der Hundeerziehung kann so manches schief laufen. Rat und Hilfe geben ab 13. September 2014 wieder die neuen Folgen der VOX-Coaching-Doku "Der Hundeprofi" mit Tierpsychologe Martin Rütter.

Wenn der Golden Retriever alles stiebitzt, was er bekommen kann, oder die Pinscherhündin jeden anknurrt, der in die Nähe ihres "Frauchens" kommt, ist Martin Rütters Erfahrung gefragt. Der Tierpsychologe hat sich darauf spezialisiert, traumatisierten, verstörten oder aggressiven Hunden und ihren überforderten Besitzern wieder ein glückliches Miteinander zu ermöglichen. Mit der Coaching-Doku "Der Hundeprofi" zeigt VOX, wie Hundebesitzer die Erziehungsprobleme auf professionelle Art und Weise in den Griff bekommen. Martin Rütter: "Hunde sind Persönlichkeiten, die es verdient haben, dass wir uns mit ihren Stärken und Schwächen beschäftigen."

"Der tut nix, der will nur spielen!"

Im modernen Zusammenleben von Mensch und Hund gibt es so einiges, was schief gehen kann. Des Menschen bester Freund denkt und fühlt nicht wie ein Homo sapiens, und schnell können Missverständnisse zu ernsthaften Problemen führen. Eine professionelle "Partnerberatung" erweist sich in dieser Beziehung oftmals als beste Lösung.

Martin Rütter ist Tierpsychologe und hat viel Erfahrung in der Verhaltenstherapie von Hunden. Die gebürtige Duisburger hat sich darauf spezialisiert, traumatisierten, verstörten oder aggressiven Hunden und ihren ratlosen und heillos überforderten Besitzern wieder ein glückliches und verständnisvolles Miteinander zu ermöglichen. Dabei ist jeder Fall ein Fall für sich, und es gilt, individuelle Therapieansätze zu entwickeln.

Am Anfang steht dabei stets eine fundierte Analyse und Besprechung der Erziehungssituation. Neben der individuellen pädagogischen Beratung gibt der Tierpsychologe den Hundebesitzern konkrete Erziehungsaufträge, die sie bis zum nächsten Besuch konsequent befolgen müssen.

"Der Hundeprofi" zeigt in jeder Folge jeweils zwei komplett abgeschlossene Fälle. Da ist zum Beispiel der kleine Jack Russell Terrier, der wild um sich beißt, wenn ihm etwas nicht passt oder geheuer ist. Oder die Airedale-Hündin, die im Auto durchdreht und ihre Besitzer terrorisiert. Probleme, die mit Sicherheit vielen Hundebesitzern vor dem Fernseher in der einen oder anderen Form nur allzu bekannt vorkommen werden - aber glücklicherweise lösbar sind. VOX - mit der Kamera dabei - zeigt wie!

Die neuen Folgen "Der Hundeprofi" mit Martin Rütter ab 13. September samstags um 19:10 Uhr bei VOX.

Interview mit dem "Hundeprofi"

Martin Rütter mit seinen Hunden "Abbey" (r.) und "Emma".

Mit welchen Problemen kommen Hundehalter am häufigsten auf Sie zu?
Martin Rütter: "Letztlich geht es immer um Kommunikationsmissverständnisse. Es ist sehr häufig so, dass die Menschen das Verhalten eines Hundes fehlinterpretieren, was zu großen Problemen führt."
Welche Probleme sind besonders schwer zu lösen? Dominanz, Angst, Klauen, Wildern?
Martin Rütter: "Das mit Abstand am schwierigsten zu lösende Problem ist das Phänomen Angst. Wenn ich einen Hund von seiner Angst befreien will, braucht er zu 100 Prozent Vertrauen zu seinen Menschen - und das braucht eine gewisse Zeit. Wir haben auch so einen Fall in der Serie, dass ein Hund nicht Auto fahren mag und spannenderweise geht er mit mir ohne Probleme ins Auto, aber mit seinen Haltern eben nicht."

Welche Rolle spielt die Hunderasse für verschiedene Verhaltensauffälligkeiten?
Martin Rütter: "Es gibt ganz gravierende Unterschiede zwischen den Hunderassen. Nehmen wir mal zwei Extreme: Die Menschen kaufen sich einen Jack-Russel-Terrier und haben die Hoffnung, der Hund solle mal etwas Ruhe ausstrahlen - das funktioniert natürlich nicht. Das sind sehr temperamentvolle, jagdpassionierte, tendenziell aggressive Hunde. Dann kommen die Leute und haben einen Berner-Sennenhund und sagen: 'Ich möchte aber einen Hund mit ganz viel Temperament' - und das sind große, eher schlafmützige, gemütliche Hunde."

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Martin Rütter: "Ich hatte immer eine große Affinität zu Hunden und wusste schon früh, dass ich etwas mit Hunden zu tun haben will. Dann habe ich ein Jahr in Australien verbracht und habe dort mit Dingos gearbeitet, australischen Wildhunden. Danach war klar, dass ich dazu beitragen möchte, die Missverständnisse zwischen Hund und Halter aufzuklären. Es ist für mich sehr frustrierend, wie grob die Leute mit ihren Hunden umgehen."

Haben Sie schon mal einen Hund kennengelernt, den Sie nicht mochten?
Martin Rütter: "Ja klar. Ich glaube, dass Lehrer in der Schule auch Schüler haben, die sie mehr und weniger mögen und das ist bei uns Hundetrainern sicherlich auch so. Ich selber habe immer ein Faible für Hunde, die clever sind. Bei denen ich merke, dass sie immer noch einen Plan B in der Tasche haben. Dafür habe ich eine absolute Schwäche."

Welches ist Ihr absoluter Geheimtipp für ein schnelles besseres Verhältnis zu einem verhaltensauffälligen Hund?
Martin Rütter: "Ich denke, dass es da keinen Geheimtrick oder Kniff gibt. Dazu sind Hunde viel zu individuell. Aber im Vorfeld ein ganz wichtiger Rat: Informieren Sie sich, bevor Sie einen Hund haben. Viele Menschen kaufen sehr naiv und blauäugig einen Hund und wissen eigentlich gar nicht, was auf sie zu kommt, unterschätzen den Aufwand, unterschätzen das Temperament der Hunde."

Was halten Sie von dem Sprichwort "Hunde, die bellen, beißen nicht"?
Martin Rütter: "'Hunde, die bellen, beißen nicht' kann man ausweiten im Sinne von: 'Während sie bellen, können sie nicht beißen, doch direkt danach tun sie das manchmal!'"

(Interview: VOX "Der Hundeprofi", Fotos: VOX/Marc Rehbeck)

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