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Die 8 bekanntesten Hundeborreliose-Mythen ...

Die 8 bekanntesten Borreliose-Mythen ...

... und was wirklich dahinter steckt

Spinat enthält viel Eisen und Rollmops hilft gegen den Kater vom Vorabend? Natürlich nicht. Besonders um den Bereich Gesundheit ranken sich viele Mythen, die sich seit Jahrzehnten hartnäckig halten. Während der Zeckenhochsaison werden bevorzugt Halbwahrheiten rund um die Borreliose-Erkrankung beim Hund aufgegriffen und Tierhalter auf diesem Weg mit Fehlinformationen versorgt – Grund genug, die häufigsten Borreliose-Mythen einmal genau unter die Lupe zu nehmen:

Mythos #1:
Borreliose ist nur in den USA, nicht aber in Europa verbreitet

Die Anzahl der Borreliose-Erkrankungen beim Menschen hat in allen europäischen Ländern und insbesondere in Deutschland zugenommen. Nach Angabe des Robert-Koch-Instituts werden vor allem der Süden Deutschlands sowie Brandenburg als Risikogebiete eingestuft.

Mythos #2:
Nur ganz wenige Zecken tragen überhaupt den Borreliose-Erreger in sich

Im Schnitt kann eine von drei Zecken in Deutschland die gefährlichen Borrelien übertragen. Die lästigen Plagegeister werden bereits ab 7 Grad aktiv und sind vor allem in Bodennähe zu finden.
In sogenannten Risikogebieten ist die Infektionsgefahr besonders hoch. Die Tierarztpraxen wissen über die örtlichen Gegebenheiten Bescheid und können entsprechend beraten.

Mythos #3:
Für Tiere, die in der Stadt leben, besteht kein Infektionsrisiko

Zecken sind nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in urbanen Parks heimisch. Das Infektionsrisiko ist also auch in der Stadt gegeben. Aufgrund ihres direkten Kontaktes mit Wald und Wiese sind Hunde besonders gefährdet.

Mythos #4:
Borreliose beim Hund ist einfach zu diagnostizieren

Aufgrund der schleichenden Erkrankung und der meist sehr unspezifischen Symptome ist die Diagnose von Borreliose oft sehr schwierig. So können die auftretenden Symptome wie Fieber, Apathie und später Lahmheiten auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Einer Infektion mit Borreliose kann gezielt durch eine Impfung vorgebeugt werden.

Mythos #5:
Borreliose beim Hund ist schnell und einfach zu behandeln

Eine Behandlung von Borreliose mit Antibiotika ist zwar möglich, jedoch häufig langwierig, kostenintensiv und nicht immer erfolgreich. Da sich die Borrelien vor dem Immunsystem des Hundes verstecken können, sind auch nach Jahren und trotz Behandlung noch Rückfälle durch im Gewebe verbleibende Borrelien möglich. Langzeitfolgen, wie chronische wechselseitige Lahmheiten oder rasseabhängig auch Nierenschäden, können nicht ausgeschlossen werden.

Mythos #6
Einen Schutz gegen Borreliose gibt es nicht

Der beste Schutz gegen Borreliose wäre die Verhinderung von Zeckenstichen. Da sich diese jedoch nicht vollständig vermeiden lassen, gibt es die Möglichkeit einer Impfung gegen Borreliose, die bereits ab einem Alter von 12 Wochen eingesetzt werden kann. Nach der Grundimmunisierung im Welpenalter sind jährliche Wiederholungsimpfungen notwendig, um einen andauernden Impfschutz zu erhalten. In Deutschland gibt es mehrere Impfstoffe gegen Borreliose, welche gegen verschiedene, in Europa vorkommende Borreliose-Erreger schützen.

Mythos #7
Die Borreliose-Impfung wird von der ständigen Impfkommission (StIKo Vet.) nicht empfohlen

Die StIKo Vet. unterscheidet zwischen sogenannten Core- und Non-Core-Impfungen. Gegen die Core-Komponenten, wie z.B. Staupe oder Parvo, sollte für jeden Hund jederzeit ein Impfschutz bestehen. Die Borreliose-Impfung wird als Non-Core-Impfung gelistet, d.h. für die Impf-Entscheidung sind die Lebensumstände des einzelnen Hundes ausschlaggebend. Vor allem für im Freien aktive und für Zecken attraktive Hunde ist die Borreliose-Impfung im Rahmen einer Prophylaxe sinnvoll. Die StIKo Vet. beschreibt diese Impfung neben dem täglichen Absammeln der Zecken und der regelmäßigen Anwendung von Anti-Zeckenmitteln als eine der drei Prophylaxe-Säulen gegen Borreliose.

Mythos #8
Die Borreliose-Impfung schützt ohnehin nur vor Erregern, die nicht in Deutschland vorkommen

In Deutschland gibt es drei verschiedene Arten von Borreliose-Erregern, die mit Erkrankungen beim Hund in Verbindung gebracht werden. In Kürze wird ein Impfstoff verfügbar sein, der erstmals Schutz gegen alle drei Erregerarten in einer einzigen Impfung bietet.

Foto: © Eric Isselée / Fotolia.com

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